Kerstin Weinbach
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Kerstin Weinbach "Umweltpolitisches Engagement im Vereinigungsprozeß"

ISBN 978-3-923532-71-1

220 Seiten

Das Thema „Umwelt” gewann auch in der DDR seit Beginn der achtziger Jahre zunehmend an Bedeutung.

Das wachsende Engagement im Umweltbereich noch zu Zeiten der DDR wurde darüber hinaus nicht zuletzt dadurch befördert, daß zum Beispiel unter dem „Mantel” umweltpolitischer Motivationen politisches Engagement auch außerhalb der staatlich festgelegten Bahnen möglich war, etwa in Form der nach und nach geduldeten „Umweltbibliotheken” (analog zu den überregional bekannteren „Friedensbibliotheken”) unter den Dächern der Kirchen. Parallel stieg die Bedeutung des Umweltthemas in den entsprechenden offiziellen Organisationen des DDR-Systems. Mit der Gründung der Gesellschaft für Natur und Umwelt (GNU) unter dem Dach des Kulturbundes begann das Thema Umweltschutz auch offiziell präsent zu sein (wenn auch lange Zeit vor allem eher in die Richtung des traditionellen Naturschutzes tendierend).

Vor dem Hintergrund dieser verschiedenen Aktionsstränge umweltpolitischen Engagements bereits zu Zeiten der DDR, stellte sich die Frage, welche Folgen die staatliche Vereinigung mit der BRD und die weitgehende Übernahme der dortigen politischen und gesellschaftlichen Strukturen für die Gruppen und Organisationen in diesem Politikfeld haben würde.

Thema der Untersuchung ist der Entwicklungsprozeß der organisatorischen Strukturen des umweltpolitischen Engagements. Im Zentrum der Betrachtung steht daher die Zeit der „Wende” bis zum Zeitpunkt der in diesem Zusammen-hang erfolgten empirischen Erhebung (1993).

Der Fokus der Untersuchung ist dabei die lokale Ebene, da dort der Ausgangs-punkt vor allem der ursprünglich selbständig entstandenen Gruppierungen zu verorten ist.