Tina Schneider
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Tina Schneider, Papa Anna Bleiben!

ISBN 978.-3-934795-83-9
274 Seiten

„Vun mir uss Kitsch“ oder „Do kanns zaubre“ sind längst zu Sinnbildern der romantischen Liebe geworden, in denen sich für viele Liebende und Verliebte der Mythos der eigenen Liebe widerspiegelt. Tina Schneiders Geschichte bedient - vordergründig betrachtet - diesen Mythos. Sie spielt am Rhein und der Mann, in den sie sich heillos verliebt, ist der Fährmann. Und wir wissen, dass ein Fährmann dazu verdammt ist, von einem Ufer zum anderen zu fahren. Er darf weder flussabwärts noch flussaufwärts fahren und kommt so nie wirklich voran. Und an jedem Ufer eine Frau; eine die man hat, und eine, die man will. Akute Verliebtheit führt zum zeitweisen Kontrollverlust der Beteiligten. In diesem Zustand findet das ganze Leben auf einer galaktischen Einbahnstraße in Lichtgeschwindigkeit und ohne Rückspiegel statt. Tina  zeichnet wie ein Seismograf mit heißer, eigenblutgetränkter Nadel die Geschichte einer verrückten, letztlich aussichtslosen Liebe auf. Erst als der Feuersturm langsam abklingt, gelingt es ihr mit Humor, Selbstironie und analytischer Schärfe immer wieder kühle Umschläge auf fiebernde Stirnen zu legen. Emotionale Herzblutattacken werden mit dem Skalpell der Vernunft gnadenlos und perspektivenreich seziert. Dass beide zur Besinnung kommen, und dass Tina ihrem abgestürzten Helden – gegen ihre Interessen – diese Besinnung ermöglicht, das macht sie gleichermaßen wider Willen zur eigentlichen Heldin von Papa Anna Bleiben; einer „Story“, die es – wie sie selbst sagt – „ohne die Band vum Niedeckens Wolfjang un deren Musik jo jar net jöv“.